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  • Erzgruben Erlebniswelt

FREIGELÄNDE

Kohlemeiler

Wie ein von der Form her überdimensionaler umgestürzter angeschnittener Pudding präsentiert sich das Modell des Kohlemeilers.

Hier kann man sehen und erleben, wie seinerzeit am Grünten und der Umgebung bis hinein ins Ostrachtal eine Vielzahl von Kohlemeilern zur Gewinnung der Holzkohle zur Verhüttung des Eisenerzes brannten und rauchten.

Das Holz aus den heimischen Wäldern der ganzen Umgebung wurde gebraucht – entweder direkt vor Ort in Kohlemeilern zu Holzkohle umgewandelt oder aus den entlegenen Tälern über die Bach- und Flussläufe mühselig gedriftet.

Heute können wir uns kaum mehr vorstellen, dass die Grünten-Südseite wie ein frühgeschichtliches Industrierevier aussah mit abgeholzten Wäldern, rauchenden Kohlemeilern, den Grubenanlagen mit ihren Abraumhalden, den Transportwegen.

Hochofen

Bergbaugeschichte präsentiert auch das originalgetreu aufgebaute Modell eines Rennofens, mit dem schon vor über 2000 Jahren aus Eisenerz Eisen gewonnen wurde.

Im Jahr 2009 war in Burgberg ein großes internationales Rennfeuersymposium, wo verschiedene Teams ihre Rennöfen gebaut und teils auch mit Grüntenerz beschickt haben. Ein kleiner Klumpen Roheisen und ein ausgeschmiedeter silberähnlicher kleiner Eisenbarren werden vom „Chef“ der „Erzgruben – Erlebniswelt am Grünten“ gehütet wie ein „Goldschatz“ und nur an Aktionstagen, etc. gezeigt.

Das dem Original nachgebauten Modell des Hochofens, der bis 1607 in der Nähe der Gruben direkt an der Starzlach stand, zeigt die Verhüttung des Grüntenerzes in früheren Zeiten auf. Hochofen-Standorte gab es natürlich im Hüttenwerk an der Ostrach, das jetzige BHS-Werk/gehörend zur Stadt Sonthofen. Es gab aber auch weitere Standorte im Hindelanger Tal wie auch in der Nachbargemeinde Blaichach.

Von der Beschreibung der verschiedenen Hochofen-Arten (Floßofen, Stuckofen, Rennofen) wenden wir uns der Geschichte der Bergknappen zu.

Auswanderung

Bittere Not und Elend herrschten nach der Einstellung des Bergbaus im Jahr 1856. Über 700 Personen haben direkt oder indirekt als Knappen, Köhler, Fuhrleute, Holzer und mitarbeitende Familienangehörige vom Bergbau gelebt.

Zahlreiche Familien entschlossen sich auszuwandern – sei es in den aufkommenden Kohlebergbau nach Peißenberg/Oberbayern, wo bis heute Verbindungen bestehen, oder ins Saarland oder in das klassische Bergbaugebiet des „Kohlepotts“. Einige Familien entschieden sich aber auch für eine Auswanderungen nach Übersee – damals eine gefahrvolle Reise. Nachkommen sind heute noch in Louisiana/USA zu finden, wo sich seinerzeit die Burgberger als Siedler niedergelassen hatten.

Sagen und Mythen

In Zeiten des Burgberger Bergbaus gab es in der Regel noch keine Zeitung und erst recht kein Internet. So entstanden aus der Überlieferung Erzählungen, Sagen und Mythen. Erwähnenswert und dargestellt sind die Sagen vom „Goldbrünnle“ und vom „Venediger Männle“.

Diese Sagen haben einen realen Hintergrund, da tatsächlich Mineralien- und Rohstoffsucher aus der Gegend von Venedig in den gesamten Alpen unterwegs waren, um für die Glasmacherei in Murano bei Venedig geeignete Zusatzstoffe zu finden. So trägt beispielsweise das Mineral Mangan dazu bei, das Glas klar zu machen, wie es für uns heutzutage selbstverständlich ist.

Diese dunklen, oft kleinwüchsigen und fremdartig gekleideten Männer, die sich oft als Goldsucher tarnten, gaben zu wilden Spekulationen Anlass; sie lehrten aber auch die hiesige Bevölkerung die Technik des Bergbaus. Mit der Lupe untersuchten sie das Gestein nach Mineralien, die örtliche Bevölkerung hielt dies für einen Spiegel, mit dem diese Gestalten in den Berg hineinschauen konnten. So entstand die Sage des „Venediger Männle“. Einmal im Jahr kam ein Trupp dieser Männle, um irgendwo am Berg in einem Felsspalt zu verschwinden und dann mit Gold gefüllten Krügen zurückzukehren.

Seit Jahren haben sich die ehrenamtlichen Helfer des Vereins auf die Suchen nach diesem „Goldbrünnlein“ gemacht – leider bisher ergebnislos!